Johnson Silver Minnow

Unter den krautfreien Blinkern fällt der Johnson Silver Minnow als Köder auf, der speziell für stark verkrautete Gewässer gebaut wurde. Bereits 1920 machte sich Louis Johnson daran, das Problem des Angelns auf zugewachsenen Seen zu lösen, und entwickelte einen Blinker, der durch die Wasserpflanzen läuft, ohne dass sich der Haken laufend verfängt. Er montierte einen geschützten Haken an einem Blatt aus Kupfer-Zink-Legierung und plattierte es anschließend mit echtem Silber. Der Körper aus Legierung ist in der Mitte bewusst dicker gehalten, sodass der Köder beim Einholen von Seite zu Seite schaukelt, den Haken aber nach oben ausgerichtet hält, was ihm hilft, durch Kraut und Wasserpflanzen zu gleiten, statt hängen zu bleiben.
Das Markenzeichen dieses Blinkers ist seine kontrollierte Taumelaktion und die Art, wie er Licht reflektiert. Im Wasser beschreibt der Silver Minnow einen Schwenk von etwa 270 Grad und zeigt dabei eine weite, rollende Aktion, die Lichtblitze von der Silberbeschichtung aussendet. Diese Blitze werden überwiegend nach unten und zu den Seiten abgegeben – in die Bereiche, aus denen Fische Beute am häufigsten aus dem Hinterhalt attackieren. Die Schaukelbewegung erhöht nicht nur die optische Reizwirkung, sondern macht auch Wirbel unnötig, um Schnurdrall zu verhindern – ein Zubehör, auf das viele Blinker ohne diese Balance angewiesen sind.
Echtes Silber auf einem Blinker war ein deutlicher Schritt weg von den üblichen Beschichtungen seiner Zeit. Anstelle von Chrom oder poliertem Stahl setzt der Silver Minnow auf eine echte Silberplattierung, die unter Wasser einen weißeren, helleren Blitz erzeugt. Diese Oberfläche sorgt zusammen mit der weiten Taumelbewegung für ein gleichmäßiges Flackern, das aus unterschiedlichen Blickwinkeln sichtbar ist, während der Blinker schwingt. Der Einsatz von echtem Silber hebt diese Konstruktion zudem von den meisten anderen Metallködern ab, die eher auf konventionelle Beschichtungen setzen.
Der Silver Minnow fängt „nackt“, eignet sich aber auch sehr gut für Trailer. Er kann solo gefischt oder mit einem zusätzlichen Reizkörper kombiniert werden, um Volumen, Bewegung oder Farbe hinzuzufügen. Die Balance des Blinkers und die Position des Hakens sind so abgestimmt, dass die Aktion auch mit Trailer stabil bleibt – etwas, das bei Blinkern nicht selbstverständlich ist. Häufig wird ein Streifen Schweineschwarte in Rot-Weiß oder Gelb-Weiß verwendet. Diese Farbmuster erinnern an rote Kiemen eines verletzten Beutefisches und dienen als optischer Auslöser für Räuber, die auf langsame oder geschwächte Beute achten.
Die Produktion hat sich im Lauf der Jahre verlagert, was für Sammler eine Rolle spielt. Heute fertigt die Firma Johnson diese Blinker in China, doch die Exemplare dieser speziellen Sammlung wurden früher in den USA hergestellt. In der Köderbox macht dieses Detail aus alltäglichem Angelgerät ältere, in den Vereinigten Staaten produzierte Stücke, die viele Angler als kleine Raritäten ansehen.