Red Eye Wiggler

Das Erbe des Red Eye Wiggler reicht bis in die 1920er Jahre zurück und nahm seinen Anfang in Rochester, New York. Sein Erfinder, Fred Hofschneider, führte ein revolutionäres Designelement ein: ein rotes Glasauge, das direkt in den Körper des Köders eingelassen war. Hofschneiders Innovation basierte auf dem Konzept eines „Angriffspunkts“ – ein visueller Reiz, der den Schlag des Raubfisches fokussieren sollte. Einzigartig unter den Blinkern jener Ära, verfügte dieser Köder über Augen, die von beiden Seiten des Körpers aus sichtbar waren – ein Designmerkmal, das einst mit dem Slogan „It’s the eyes that get ‘em!“ beworben wurde. Über Jahrzehnte hinweg produzierte die Hofschneider Corp. diese Köder, bevor die Rechte schließlich an andere Hersteller wie Thompson und Eppinger übergingen.
Die Bauweise dieser Blinker vereint optische Reize mit einer breiten Palette an Spezifikationen. Die großen Glasaugen reflektieren das Licht und erzeugen markante Blitze, die aus der Ferne sichtbar sind. Bis in die 1940er Jahre umfasste das Sortiment Oberflächen in Gold, Chrom und Kupfer sowie Muster wie „Red on White“ und das „Speckled Finish“. Die Modellpalette wurde entwickelt, um verschiedensten Angelbedingungen gerecht zu werden, und reichte von den winzigen Größen „Midge“ und „Fly“ bis hin zu stattlichen Muskie Spinners mit einem Gewicht von über 3 Unzen und einer Länge von 10 Zoll.
Das technische Profil des Red Eye Wiggler ermöglicht eine vielseitige Präsentation, besonders während schwieriger Beißphasen. Sein Design erlaubt ein extrem langsames Einholen, was in der Sommerhitze ein entscheidender Faktor sein kann, wenn Hechte oft lethargisch sind und weniger dazu neigen, schneller Beute nachzujagen. Bei diesen geringen Geschwindigkeiten hat der Raubfisch mehr Zeit, den visuellen Reiz der roten Augen wahrzunehmen. Die Bewegung des Köders zeichnet sich durch eine „Flash and Roll“-Aktion aus, welche das seitliche Taumeln und Schimmern eines lebenden Köderfisches imitiert.
Über das normale, gleichmäßige Einholen hinaus reagiert der Köder auf abwechslungsreiche Führung. Während ein stetiger Zug konstante hydroakustische Wellen erzeugt, führt die „Stop-and-Go“-Technik dazu, dass der Blinker in der Pause unregelmäßig flattert oder „tänzelt“ und so einen sterbenden Fisch simuliert. Häufig erfolgt der Biss genau in dieser unkontrollierten Absinkphase. Aufgrund seiner stabilen Wasserlage bleibt der Red Eye eine hervorragende Option für das Schleppangeln im See. Während er primär ein Werkzeug für Hecht und große Barsche ist, sind die schwereren Modelle speziell für die Anforderungen der Fischerei auf Muskellunge ausgelegt.