Abu Garcia — Schwedische Präzisionsrollen und Köder

Die Ursprünge von Abu Garcia reichen bis ins Jahr 1921 in Svängsta, Schweden, zurück, als Carl August Borgström die A.B. Urfabriken (A.B.U.) gründete. Ursprünglich spezialisierte sich die Fabrik auf Uhrmacherei und Feinmechanik und fertigte Uhren, Taxameter und Telefon-Timer. Dieser technische Hintergrund in der Präzisionstechnik diente als Fundament für den späteren Übergang des Unternehmens in die Angelgeräteindustrie.
Unter der Leitung von Göte Borgström, dem Sohn des Gründers, richtete das Unternehmen in den 1940er Jahren seinen Fokus auf Angelrollen. Ein Rückgang der Nachfrage nach Automobil- und Uhrenkomponenten während des Zweiten Weltkriegs veranlasste diesen Schwenk. Anfang der 1940er Jahre führte A.B.U. die Record-Serie ein, die den Beginn der Präsenz auf dem Rollenmarkt markierte. Die Fertigungsstrategie wurde kurz darauf erweitert, um eine Reihe von Ködern einzuschließen und Anglern ein umfassendes Angebot zu bieten.
Die Einführung der Ambassadeur Multirolle im Jahr 1954 setzte einen neuen technischen Standard für die Branche. Entwickelt für das Baitcasting und Trolling, führte ihre mechanische Präzision dazu, dass sie bis heute in Schweden produziert wird. Im Jahr 1965 erweiterte das Unternehmen sein Rollensortiment um die Cardinal-Serie, was den Einstieg in den Bereich der Stationärrollen markierte.
Die Köderentwicklung des Unternehmens brachte mehrere Designs hervor, die weltweit zum festen Bestandteil von Angelkisten wurden. 1951 wurde der ABU Reflex eingeführt, ein Spinner, der bis heute produziert wird. Bis 1955 wurde der ABU Hi-Lo Wobbler veröffentlicht, der eine technologische Neuerung in Form einer verstellbaren Tauchschaufel aufwies, die es Anglern ermöglichte, die Lauftiefe des Köders einzustellen. Eine weitere bedeutende Ergänzung erfolgte 1956 mit der Veröffentlichung des ABU Toby, ein Blinker, dessen Silhouette schließlich in das Firmenlogo integriert wurde. Im selben Jahr wurde die Firma als „Hoflieferant des schwedischen Königshauses“ geehrt.
Das Sortiment wuchs stetig weiter mit spezialisierten Werkzeugen für verschiedene Umgebungen, wie dem ABU Droppen. Dieser 1966 erschienene Spinner wurde speziell für den Einsatz an feinem Gerät in kleinen Flüssen und Bächen entwickelt. Der Übergang zum modernen Markennamen Abu Garcia erfolgte in den 1980er Jahren nach einer Fusion zwischen der schwedischen A.B.U. und dem amerikanischen Distributor, der Garcia Corporation. Heute agiert das Unternehmen weiterhin mit Fokus auf Präzisionstechnik und unterhält die Produktion der Ambassadeur-Serie an ihrem ursprünglichen schwedischen Standort.